Baugeschichte.at – Häuser und ihre Geschichte als Offene Daten

Screenshot_294Spätestens seit der Verabschiedung der Novelle zur PSI Richtlinie ist klar, dass ein offener Zugang zu Daten und digitalisierten Inhalten in Zukunft auch im Kulturbereich eine zentrale Rollen spielen wird. Was bedeutet dies aber in der Praxis und welchen Nutzen kann dies bringen? Mit seinem Projekt baugeschichte.at zeigt Martin Brunner, wie durch Weiterverwendung von Daten neue Applikationen und Services entstehen können. Im Interview mit okfn.at beantwortet er Fragen zum Projekt und zur Thematik Offene Daten im Kulturbereich (OpenGLAM).

 

 

 

 

Martin, worum geht es in Baugeschichte.at?

Ziel des Projektes ist es, alte Ansichten der Stadt zu sammeln und aktuellen Ansichten gegenüberzustellen, sowie generell Informationen und Geschichten zu den Gebäuden zusammeln und die Entwicklung eines Ortes transparent darzustellen. Eine Handy-App ergänzt die Webseite und bietet Neugierigen die Möglichkeit einer Stadterkundung vor Ort, zudem können Routen zu bestimmten Themengebieten angelegt und begangen werden.

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Wem nützt Baugeschichte.at?

Die Zielgruppe können Interessierte und Neugierige sein, aber natürlich auch Historiker, Architekten, Stadtplaner, das Bauamt und sonst jeder den das Thema interessiert, sowie Politiker die sich damit beschäftigen.

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Wie funktioniert Baugeschichte.at?

Im Stile einer Wikipedia kombiniert mit Stadtplan können die Veränderungen in der Stadt sichtbar gemacht und kommentiert werden. Jeder kann sich als Benutzer anmelden und über das Eingabeformular Adressen eintragen und Fotos hochladen. Interessierte können über die Weltkarte bzw. den Stadtplan navigieren, oder im Suchfeld nach Adressen, Architekten usw. suchen. Da die Einträge kategorisiert sind ist auch eine Anzeige gewisser Kategorien möglich. So können zum Beispiel alle Häuser, die in letzter Zeit abgerissen wurden auf dem Stadtplan angezeigt werden.

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Wie wurde baugeschichte.at technisch umgesetzt?

Technisch wurde auf eine Semantic Mediawiki gesetzt. Das Semantic Maps Plugin haben wir dazu weiterentwickelt. Für Android und Iphone wurden eigene Apps programmiert die über die API das Datenmaterial holen.

Wie sehen Eure nächsten Schritte aus?

Zunächst soll noch in den Semantic Forms der Dateiupload verbessert werden. Dann geht es daran, weitere Partner zu finden. Dazu werden Gemeinden kontaktiert, aber auch Partnerschaften in anderen Ländern gesucht.

Wie beurteilst du die aktuellen Entwicklungen rund um OpenGLAM?

Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass auf diesem Sektor einiges entsteht. Offene Daten ermöglichen tolle Weiterentwicklungen, in diesem Sinne hoffe ich auch dass staatliche Stellen das Konzept entdecken. Was Baugeschichte.at angeht, so wäre es sehr hilfreich, wenn Gemeinden ihre Sammlung an historischen Aufnahmen als offene Daten zur Verfügung stellen würden. Selbst stellen wir unsere Fotos als frei verfügbares Material zur Verfügung. Wir durften auch schon einige Bilder übernehmen, die aber leider noch keine offenen Daten sind.

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